Solidaritätserklärung der Fachschaft Ethik/Philosophie

Zuerst: Die Fachschaft Ethik / Philosophie solidarisiert sich ausdrücklich mit dem Bildungsstreik und dem Gros der formulierten Forderungen – der weitere, systematische Abbau der Errungenschaften des humanistischen Bildungsideals darf nicht hingenommen werden! Die Selektion von zehnjährigen Kindern in Leistungskategorien stellt einen diskriminierenden Anachronismus dar, der täglich Druck und Leid in die Familien bringt – und selbst wenn alle anderen Punkte in Ordnung wären, würde dieser eine ausreichen, um auf sämtliche Barrikaden zu gehen! Es handelt sich hier auch schlicht und erschreckend um eine zutiefst unethische Politik, welche die Menschen schädigt, anstatt ihnen zu dienen. Dabei ist eine unerträgliche Ignoranz der Politik gegenüber den Wissenschaften festzuhalten und es wird klar: Die meisten Politiker “regieren fachfremd”, denn sie haben häufig keine adäquate wissenschaftliche Ausbildung für ihren jeweiligen Zuständigkeits- und Entscheidungsbereich genossen.

Leider sind dies bekanntlich nur einige Beispiel für viele weitere gravierende Missstände, insbesondere auch in der Ausbildung angehender Pädagogen. Herrn Niesytos Hinweis auf das Unding einer bisher vollständig fehlenden verbindlichen Integration von Medienbildung in das Curriculum des Lehramtsstudiums prangert einen dieser elementaren Missstände scharf und deutlich an.

Nach dem nächsten Amoklauf werden wir alle wieder Zeugen der populistisch-eindimensionalen Sichtweise der Politik und eines beträchtlichen Teiles der Bevölkerung werden. Ich selbst erinnere mich noch mit Schrecken an die Berichterstattungen nach Winnenden… Hier wird ganz klar ein Verantwortungstransfer weg von den wahren Gründen betrieben: Die Verwiegerung ausreichender Investitionen in Bildungsressourcen. Diese Verweigerung einer Investition in Nachhaltigkeit ist nicht zuletzt auch ethisch zutiefst verwerflich, von der Zementierung von Klassenunterscheiden und anderen sozialen Ungerechtigkeiten durch das viergliedrige Schulsystem ganz zu schweigen (oder eben gerade nicht zu schweigen, daher protestieren wir ja!)

Im Kontext dieser konkreten Missstände in der Lehre, insbesondere in der Lehramtsausbildung, finden wir: die Initiative “Keine Bildung ohne Medien!” ist von allergrößter Wichtigkeit! Der Status-Quo (Keine verbindliche Vermittlung von Medienbildung / aktiver Medienarbeit / Computergrundkenntnissen in der Lehramtsausbildung) ist derart unbefriedigend und folgenschwer für die spätere Ausübung des Lehramts (und damit nicht zuletzt auch für die Schüler), dass eine Initiative, die sich engagiert gegen diese Missstände wendet, unsere größte Unterstützung erfahren sollte.

Daher bitte ich euch, auf die Website (http://www.keine-bildung-ohne-medien.de) der Initiative zu verlinken und die Infos über “Keine Bildung ohne Medien!” an möglichst viele vernetzte Hochschulen weiterzuleiten. Der Erfolg der Initiative ist entscheidend abhängig von der Beteiligung – je mehr Unterzeichnungen für das Medienpädagogische Manifest zusammenkommen, desto effektiver kann Druck auf (verkarstete) politische Strukturen ausgeübt werden! Auf der Seite besteht die Möglichkeit, das Medienpädagogische Manifest online zu unterzeichnen.

In diesem Sinn – lasst die Leitungen glühen!

Herzliche und solidarische Grüße aus der Fachschaft Ethik / Philosophie!

Ein Kommentar

  1. tinoho sagt:

    by the way …
    wer ist denn eigentlich diese “fachschaft ethik/philosophie” eigentlich?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>