Einer der Kernkritikpunkt des Bildungsstreikes unsere PH Ludwigsburg ist das Problem der Studiengebühren. In gleich mehrfacher Hinsicht zeigt sich das Studiengebühren ein großes Problem für unsere Studierenden darstellen. Nicht nur die Spaltung der Studierendenschaft wird gefördert, in dem die eine Hälfte die andere mitfinanziert, sondern sie werden auch dafür verwendet Teile der Pflichtlehre zu finanzieren.
Wie aus den Unterlagen des Finanzausschusses ersichtlich wird, sollen ca 260.000 Euro für Lehraufträge ausgegeben werden. Dabei werden dennoch 180 Semesterwochenstunden gekürzt. Davon ist kein Fach ausgenommen- alle müssen in der Lehre einsparen.
Einer der Kernkritikpunkte in dieser Angelegenheit ist jener, dass wir uns wieder in die Richtung zurückbewegen wie vor den Studiengebühren. Die Verantwortung des Landes eine gute „Pflichtlehre“ zu garantieren wird dabei nicht ersichtlich. Es gibt nicht mal einen guten Ansatz um Pflichtlehre genau zu definieren.
Den Druck auf das Land und unsere Hochschulleitung werden wir aber nicht erhöhen können solang wir diese Studiengebühren bezahlen.
Der Ausschuss zur Verwendung der Studiengebühren, der im Januar tagen wird und bei dem beschlossen wird, das Geld einzusetzen, wird sich erfolgreich durchsetzen. Die studentischen Vertreter mit vier Stimmen erfüllen eher eine Alibifunktion als eine richtige und wichtige Opposition.
Die Verantwortung der Mitgestaltung wird unseren Vertretern dabei wie eine Pistole auf die Brust gesetzt! Stimmen sie gegen diese Entscheidung, so machen sie sich mitverantwortlich das der „Karren gegen die Wand gefahren wird“. Stimmen sie aber dafür ab, so wird ein wirkliches Bewusstsein auf Kosten einer „pragmatischen Lösung“ und der Umschichtung der Lehre auf Kosten unserer Eltern erfolgen- und das Land und die Politik sind fein raus.
Daher fordern wir einen Boykott der Studiengebühren.
Man müsste sich einmal folgendes Gedankenspiel zu Gemüte führen:
An der PH Ludwigsburg studieren ca. 5000 Studenten.
Ca. 50% von ihnen zahlen keine Studiengebühren aufgrund der Geschwisterregelung. Das sind ca. 2500 Leute.
Wenn man es schafft 750 Leute zu überzeugen das sie ihr Geld auf ein Treuhandkonto deponieren, hätten wir nochmals 30% die nicht zahlen würden.
Bei einer 80% Quote die keine Studiengebühren zahlen, muss sich das Land und die Hochschulleitung Gedanken machen wie sie nun weiter verfahren wird. Geld das sie nicht hat muss sie sich irgendwo anders holen- ausgeben wie sie es wollte kann sie nicht mehr.
Jeder von uns der Studiengebühren zahlt ist gefragt. Entweder weiter zahlen und sich beschweren oder ein Zeichen setzen.
Lasst euch nicht von dem Aspekt der „Angstmache“ verunsichern. Die Hochschulleitung wird keinen exmatrikulieren wenn wir die Quote von 30% erreichen. Das würde für weitere Schlagzeilen sorgen und würde der Hochschule einen enormen Schaden zufügen. Der Rektor kann kein Interesse daran haben. Viel mehr wird er sich mit dem Druck von unten Richtung Stuttgart bewegen müssen um seiner Verantwortung gerecht zu werden und dem Minister zu sagen wie ernst die Lage ist.
Jeder der Studenten kann zeigen, dass er den Bildungsstreik unterstützt. Jeder von uns ist betroffen davon und bekommt so eine konkrete Möglichkeit was zu machen.
Zu dem Thema „Treuhandkonto“ gibt es unzählige Beiträge im Internet! Im neuen Jahr werden wir uns mit dem Thema beschäftigen und hoffen auf eine breite Unterstützung.
Überlegungen aus 2006: http://www.studis-online.de/HoPo/art-544-gebuehrenboykott.php
Ein Versuch der UNI Freiburg: http://fudder.de/artikel/2009/01/30/katholische-fachhochschule-knackt-selbstgesetztes-quorum/
Aktive Eltern in Hessen: http://www.boykotthessen.de/hochschulen/uni-frankfurt/news/artikel/

Betrachtet man diesen Gedanken so könnte man das ganze ausweiten:
- Eine Podiumsdiskussion mit Eltern, den Treuhandanwalt, der Hochschulleitung sowie Asta Vertretern.
- Öffentlichkeitswirksame Aktionen “Pate für Studiengebühren gesucht!” Dabei geht es um einen reichen Investor der einem die Studiengebühren übernimmt!!!
- Diskussionen zu dem Thema: “Pflichtlehre”- Was macht diese aus?? Eigentlich eine Stärke unserer Hochschule (wenn wir nicht immer nur auf die Forschung schauen würden). Hierbei könnten wir zusammen mit Dekanen, Prfossoren und dem Mittelbau endlich eine Definition davon finden was gute Pflichlehre ist. Wieviele SWS benötigen wir? Was ist Pflicht und was ist Ergänzung der Lehre? Wir könnten den Katalog der Fakultät 3 in Reutlingen besprechen “zur Verwendung der Studiengebühren”
In diesem Sinne- mit Elan ins neue Jahr!
Gruß
Muhamet
Ich halte die Idee einen Boykott zu organisieren für sinnvoll. Meine Frage wäre, ob es denn in Ludwigsburg bereits einen Boykott versuch gegeben hat und falls ja, welche Erfahrungen wurden gemacht?
Als wir in Bayern damals direkt nach der Einführung der Studiengebühren zwei Boykottversuche starteten sind wir kläglich gescheitert, da ein Juso-dominierter AStA die Sache nicht unterstützen wollte und da es sehr schwierig war die Studierenden davon zu überzeugen, ihr Geld auf ein Teruhandkonto zu überweisen.
Doch wenn der AStA in Ludwigsburg dahinter stehen würde, wenn das Streikbündnis als Multiplikator dient, dann könnte das durchaus hinhauen. Denn die Abschaffung der Studiengebühren bleibt ganz klar eines der wichtigsten Themen des Bildunsstreiks.
Was die Idee mit dem Pate angeht: halte ich aus emanzipatorischer Sichtweise für problematisch, denn das würde bedeuten, dass ein Studium wiederum abhängig wäre von zahlungswilligen Mäzenen, was nicht unser Ziel sein kann. Ziel muss ein selbstbestimmtes und unabhängiges Studium sein, wo Studierende nicht in Abhängigkeit zu einem Arbeitgeber, den Eltern oder einem Geldgeber wie Bank oder Mäzen ihr Studium bewältigen können. Statt eines Patenprogramms sollten wir die radikale Umverteilung von Vermögen fordern, so dass Vermögende gezwungen wären, mehr Geld an die Gesamtgesellschaft abzugeben. Und da die Akkumulation von privatem Anlage- und Geldvermögen in den letzten Jahren massiv zugenommen hat (zum Nachteil all derer, die in präkere Arbeitsverhältnisse gedrängt oder gezwungen werden darin zu verharren), wäre diese Forderung nur gerechtfertigt.
Love
Daniel
Ich kann die Bedenken gegenüber dem Patensystem verstehen. Soweit ich weiß ist bisher kein Boykottversuch unternommen worden. Aber das müssten wir nochmal nachforschen:
Frage an den AstA: Ist so ein Versuch schon unternommen worden?
@Daniel Wenn Du in Bayern bereits einen solchen Versuch unternommen hast – bzw. Weise dabei mitgewirkt hast, kannst Du dann eine Liste erstellen mit dem was wir alles brauchen und welche Aufgaben es zu verteilen gibt?
An alle:
- Kennt jemand einen Anwalt, der sich vorstellen könnte uns zu unterstützen und uns in den rechtlichen Fragen zur Seite steht und uns hilft?
- Wie erreichen wir die Eltern der Studierenden? Wie überzeugen wir die Studierenden?
Lasst uns Antworten dazu sammeln, Vorschläge zusammentragen damit wir im Neuen Jahr schnell voran kommen.
Liebe Grüße
Ulrike
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von ulrike kleinau, rtstuttgart erwähnt. rtstuttgart sagte: gelesen: Studiengebühren- Verbesserung oder Erhaltung der Lehre … http://url4.eu/10h36 [...]
Ich war damals im AStA als die Studigebühren eingeführt wurden und wir haben damals auch über einen Boykott geredet, da einige andere Unis (Karlsruhe, Stuttgart, Tübingen, ….) in BaWü das gemacht haben. Es lief damals alles unter dem Slogan “Stell’ Dir vor, es gibt Studiengebühren, und keiner zahlt…”
Wir haben in Lubu keinen Boykottversuch gestartet. Wir haben aber bei den anderen Unis mitverfolgt (über die LAK), wie der Boykott dort gelaufen ist und die konnten nicht annähernd genug Studis davon überzeugen ihr Geld auf ein Treuhandkonto zu überweisen.
Ich finde die Idee zwar sehr reizvoll, halte es aber heute wie damals für nicht umsetzbar. Das Hauptproblem wird sein, dass sich nicht genug Studis/Eltern finden, die bereit sind das Geld auf ein Konto zu überweisen. Die Angst vor Sanktionen wie z.B. die Exmatrikulation (denn dazu hat die PH das Recht, wenn das Geld für die Rückmeldung nicht kommt), sind denke ich einfach zu groß. Bei Protesten mitlaufen, zu Vollversammlungen gehen, sich in einer AG zu engagieren oder mal ein Seminar ausfallen zu lassen, ist eine Sache. Aber ich denke bei Geld hörts bei den meisten einfach auf.
@Anwalt: Im AStA gibts alte LAK Verteiler. Die Studis hatten damals wohl recht gute Anwälte, die den Vorgang auch ‘überwacht’ haben. Vllt kann man über die alten Verteiler noch jm erreichen, der Namen oder Telnummer hat. Ein Anwalt, der sich bereits damit auskennt, wäre eventuell von Vorteil.
Außerdem wurde auch “damals” schon alles im Netz dokumentiert. Vllt kann man sich dort noch einige Tipps holen oder event. nachlesen, woran es am Ende gescheitert ist. Auf die schnelle habe ich nur ein paar Bsp gefunden. Aber es gibt sicher noch mehr.
http://www.boykottinfo.de/index.php
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,452061,00.html
http://www.usta.de/standard.php/Politik/Boykott/