Pressemitteilung des Bündnis für Bildung der pädagogischen Hochschule
Seit Mittwoch den 25.11.2009 12:58 Uhr ist die Aula der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg als besetzt.
Die Besetzung wurde unter Teilnahme des Rektorats und vieler DozentInnen demokratisch in einer Vollversammlung der Studierenden beschlossen. Mehr als 1000 Studierende bezeugen so ihre Solidarität mit über 100 am internationalen Bildungsstreik beteiligten Schulen und Hochschulen.
Die Teilnahme am Bildungsstreik wird von den teilnehmenden Studierenden der Pädagogischen Hochschule als unumgängliche demokratische Pflicht angesehen.
Gemeinsam mit Studierenden der sonderpädagogischen Fakultät in Reutlingen und der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg kritisieren sie hochschulpolitische sowie bildungspolitische Missstände.
Zentrale Diskussionspunkte im Sinne einer freien Bildung für alle sind:
* Einheitliche Bildungspläne
* A13 an Grund- und Hauptschule – Studiendauer/-inhalte gleiche Besoldung für alle Lehrkräfte
* Mehr studentische Mitbestimmung – Recht auf ein politisches Mandat für den AStA
* Abschaffung / Überdenken des viergliedrigen Schulsystems
* Freier Zugang zu Bildung – Studiengebühren, Exzellenzinitiative, Schuldenfalle
* Kritische Auseinandersetzung mit zentralen Problematiken der Bachelor/Master Debatte
* die externe Beeinflussung und Fremdbestimmung der Universitäten bzw. Hochschulen
Die genannten Punkte werden im Laufe des Bildungsstreiks in diversen Arbeitskreisen und öffentlichen Diskussionsrunden weiterentwickelt und in den offiziellen Forderungskatalog aufgenommen.
Dazu kommentiert Daniel Behrens vom Bildungsstreik-Bündnis: “Gerade wir als angehende Lehrkräfte und PädagogInnen stehen in der Verantwortung, uns für ein gerechteres Bildungssystem einzusetzen. Mit der Hörsaalbesetzung an der PH wollen wir unseren Forderungen Nachdruck verleihen. Bildung darf nicht den Kapitalinteressen unterworfen werden, sondern muss der freien Entfaltung des Individuums dienen und es für kritisches Denken sensibilisieren.”
Schon im Juni 2009 demonstrierten Studierende deutschlandweit für bessere Bedingungen einer sozial gerechten Bildung.
Fortgesetzt wurden diese Demonstrationen vergangenen Samstag den 21.11.2009. Über 2500 Demonstranten trugen in Stuttgart symbolisch „die Bildung zu Grabe“.
Martin Fix, der Rektor der PH, teilt die Forderung des Bildungsstreiks nach besserer Bildung und hat grundsätzlich Verständnis für die Streikenden. Zur Besetzung der Aula gibt er sich etwas zurückhaltender und bezeichnet sich als neutraler Beobachter.
Viele Dozenten der PH zeigen sich mit den Besetzern solidarisch und beteiligen sich aus eigenem Interesse an den Diskussionen.
In diesem Sinne stehen Studierende, DozentInnen, MitarbeiterInnen und Angestellte der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg gemeinsam für eine bessere Bildung im Sinne eines humanistischen Bildungsideals. “Es ist nicht genug, zu wissen – man muß es auch anwenden. Es ist nicht genug, zu wollen – man muß es auch tun!” von Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832).
Ansprechpartner Presse: Michael Herrmann